Tag 38: Reise mit Hindernissen

Mit seit gestern unveränderter Sound-Kulisse, erwachten wir heute morgen mit Geplätscher auf dem Dach. Dank des Nebels war auch die Sicht nicht viel besser als bei unserer Ankunft im Dunkeln. Von diesem Sauwetter abgetörnt beschlossen wir, den See aus trockener Distanz zu begutachten – war ja nicht der erste, und sicherlich auch nicht der letzte See auf unserer Reise…

Hirvigo betrachtet den See
Hirvigo betrachtet den See

Heute etwas knapper (2 Pünktli), jedoch immer noch mit dem selben Sieger, entschied das Würfelspiel über die Fahrerwahl. Lukas verzichtete auf sein Recht des Fahrersitzes und liess Andrea den Vortritt. Dies stellte sich als kluge Entscheidung heraus, der erste Streckenabschnitt hatte es in sich. Es ging los mit einer gemütlichen Fahrt über geteerte Strassen, welche nach kurzer Zeit durch holprige Waldwege abgelöst wurden. So weit so gut – die Landschaft war schön (soweit es das Wetter zuliess) und wir hatten die Strasse für uns alleine.
Da erschien ein gelber Punkt am Wegesrand. Davor links und rechts etliche Schilder mit Baustellensymbolen und Warnungen in „Kuderwältsch“. Als wir näher kamen, erkannten wir den gelb uniformierten Mann, welcher unsere Fahrt mit Handzeichen beendete. Oh Oh! Noch sein Telefonat beendend begrüsst er uns mit einem mürrischen „Hello!“. Als wir unser Ziel erklärt hatten, bildeten sich auf seiner Stirn Runzeln. Sie würden die Strasse erneuern und es wäre „almost impossible“ diese zu durchfahren. Wir sollen bei der nächsten Kreuzung links abbiegen und die Strasse auf der anderen Seeseite nehmen.
Noch mit dem Gedanken spielend, das „Fast-Unmögliche“ zu versuchen, bogen wir dann doch, wie angeraten, auf die längere Umleitungs-Strasse ab.
Mit gleichem Untergrund, jedoch schmalerer Spur, ging es weiter. Und, oh du Schreck, ein riesiger Lastwagen mit Anhänger voller Baumstämme kommt uns entgegen. Links und rechts Abhang – kreuzen unmöglich. Rückwärtsgang eingelegt und auf eine Wendemöglichkeit hoffend, düste Andrea um mehrere Kurven. Bei einer etwas breiteren Kurve wurde dann das waghalsige Kreuzungsmanöver angegangen. Immer schräger werdend und mit dem Schlamm kämpfend manövrierte Andrea den eingeschüchterten Hirvigo (mit Beifahrer) an dem Koloss vorbei. Puh!
Von nun an merken wir uns jeweils die letzte Kreuzungsmöglichkeit, in der Hoffnung, diese nie nutzen zu müssen. So kurvte Andrea durch den Wald, bis plötzlich erneut ein Baumstamm-LKW auf der Strasse stand – mit ausgefahrenem Kran wurde Holz aufgestockt. Ohne Passiermöglichkeit und somit ohne Chance zur Weiterfahrt (es gab auch keine Alternativ-Route mehr) machten wir es uns hinter dem Laster am Strassenrand gemütlich. Der Fahrer beschloss glücklicherweise nach kürzester Zeit, den Kran einzufahren und davon zu brummen – obschon nur halb beladen. Uns soll’s recht sein – ungerne wären wir die gesamte Strecke zurückgefahren…

erzwungene Pause...
Erzwungene Pause…

Wieder geteerte Strasse unter den Rädern konnte dann auch der Fahrer gewechselt werden und Lukas brachte die beiden ohne Probleme an die Nordsee. Hier stehen wir nun, mit gleichgebliebener Sound-Kulisse und geniessen einen gemütlichen Abend im Hirvigo.

Eindrücke unseres heutigen Campingplatzes in Kungshamn


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