Tag 30: Walsafari – Leinen los!

Gesten Nacht wurde unser Schlaf erneut von einem Nordlicht-Spektakel aufgehalten. Die Lichter erstreckten sich zuerst „nur“ über dem Städtchen, breiteten sich dann jedoch direkt über unseren Köpfen bis hin zum Meer aus. Erst weiss, dann grün, dann rot – es gab wirklich alles! So kräftig und mit so viel Bewegung wie noch nie. Wir genossen das Spektakel in vollen Zügen – ganz ohne Kamera. Somit leider keine neuen Bilder für euch, wir haben sie jedoch in unseren Köpfen gespeichert… Und auch noch Stunden danach leuchteten die Lichter durch das Dachfenster unseres Schlafzimmers. So lässt es sich entspannt einschlafen!

Super Wetter
Super Wetter

Die Spannung nach dem Erwachen war förmlich zu spüren; wer wagt den ersten Blick aus dem Fenster? Andrea drückte langsam den Sichtschutz runter. Grelles Licht blendete die noch müden Augen, erst nach erledigter Pupillenanpassung erkannten wir den blauen, wolkenlosen Himmel mit noch viel blauerem Meer. Perfekt! Als wir jedoch die Eingangstüre von Hirvigo öffneten, wehte uns ein nicht ganz harmloser Wind entgegen… Bitte nicht! Das Prüfen von Twitter brachte dann Klarheit: Die Safari findet statt!

So genossen wir noch ein kleines, leichtes Frühstück bevor wir uns an den Hafen begaben. Nach dem Check-in mussten wir auf die Museumsbesucher warten, dies bei einem leckeren, leichten Salätchen. Um 14:00 Uhr hiess es dann „Leinen los“ mit Kurs aufs offene Meer!

M/S "Reine"
M/S „Reine“

Nach einer kurzen Sicherheitsinstruktion wurde das Schiff zur Erkundung freigegeben. So erkundeten wir den Bug, das Heck und die erhöhte Aussichtsplattform. Die Angaben der Walexpertin, welche auch die heutige Exkursion begleitete, bestätigte sich: Alle Achterbahn-Fans sollen sich auf dem Bug platzieren. Es schaukelte wie die Sau! Vom gefühlten Sprung bis hin zum knappen Eintauchen ins Meer bewegte sich der Bug auf und ab! Dank der wärmenden Sonne wurde es auch trotz des rauen Windes nicht wirklich kalt (in Thermowäsche und Daunenjacke).

Nach knapp 40 Minuten erreichten wir das Gebiet, in welchem sich die Pottwale oft aufhalten – ca. 1’000m ging’s unter uns in die Tiefe. Dank Mikrofonen unterhalb des Schiffes konnte der Kapitän hören, in welcher Richtung sich die Tiere aufhalten. Gespannt blickten alle Passagiere aufs offene Meer, mit der Hoffnung, den ersten Wal zu entdecken. Plötzlich hob der Kapitän seine Hände und kündigte in Fahrtrichtung zwei Wale an. Tatsächlich, eine Fontäne direkt voraus! Immer näher kommend stieg die Vorfreude, diesen riesigen Säuger endlich hautnah erleben zu können. Nach einigen weiteren Fontänen konnte man bereits den Rücken (oder wie das auch immer heisst bei einem Wal) erkennen. Jedoch nur für kurze Zeit, die Distanz war noch zu gross. Dann erhob sich eine kleine (nur wegen der Distanz) Flosse – das Zeichen für’s Abtauchen in die Tiefe… Für ihn heisst das ca. 40 Minuten Jagd durch die Tiefen des Meeres, für uns einfach nur Pech. Genau das selbe Schauspiel gab es direkt nochmals: Fontäne, Rücken, Flosse, Tschüss.

Die zweite verpasste Chance noch gar nicht wirklich realisiert, ertönte bereits eine Stimme: „over here!“, und man hörte ein Zischen direkt neben dem Schiff. Und was wir dann zu sehen bekamen, war einfach nur unglaublich: Keine 20m entfernt hüpfte ein Orca aus dem Wasser. Gebannt warteten alle darauf, dass sich das imposante Tier erneut zeigt, als plötzlich zwei riesige, schwarze Finnen (also niemand aus Finnland, so bezeichnet man die Rückenflossen von Walen) aus dem Wasser ragten! Und bei der nächsten grossen Welle präsentierte sich dann die Familie vollständig: zwei Ausgewachsene und ein „kleiner“ Wal sprangen um die Wette. Ein unvergesslicher Moment!

Drei schwarze Finnen im Meer
Drei schwarze Finnen im Meer
Trip Report
Trip Report

Der Kapitän schlug sofort den Verfolgungskurs ein und führte uns sogar noch näher an die Wale heran. So begleiteten wir die mächtigen und dennoch wunderschönen Tiere für einige Zeit – die Pottwale waren schnell vergessen… Das stets zunehmende Auf und Ab odes Bugs erschwerte leider das Fotografieren, nach der ersten Salzwasser-Dusche wurde es dann vollständig aufgegeben. Das war vielleicht auch besser so. Als der Rückweg eingeschlagen wurde, machte sich dann die berühmt berüchtigte Seekrankheit bemerkbar; beiden wurde es etwas flau im Magen. So verabschiedeten wir uns vom Achterbahn-Bug und machten es uns im unteren Langweiler-Deck gemütlich. Dort stellten wir fest, dass ev. nicht alle einen Wal zu Gesicht bekommen hatten; sie guckten „lieber“ in ihr Tütchen… Das blieb uns zum Glück erspart, obschon Lukas sich bei der Rückreise vollends auf den Horizont konzentrieren musste. Kurz vor dem Hafen, in etwas seichterem Gewässer, gab’s dann doch noch für beide eine wärmende, stärkende Suppe mit Blick auf einen traumhaft schönem Sonnenuntergang.

  • Ab aufs offene Meer
    Ab aufs offene Meer

Nach diesem intensiven und unvergesslichen Abenteuer mit viel Vorbereitungszeit heisst es nun morgen wieder ab Richtung Süden. Bis dahin schwelgen wir noch etwas in Erinnerungen und halten Ausschau nach Nordlichtern.


4 Replies to “Tag 30: Walsafari – Leinen los!”

  1. Turbulenzen, Wale und Nordlichter,
    das wären Sachen für einen Dichter!
    Für euch ein Erlebnis pur,.
    das gibt es im Norden nur.
    Und nun Kehrtwende in Richtung Süden.
    bleibt munter und frisch,
    ja nicht ermüden.!
    Das wünschen gern,
    Grosi und Groso in Bern!

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